Mein amerikanisches Tagebuch (49)
22. April 2019
Es klingt jetzt wahrscheinlich unwahrscheinlich, aber wir haben tatsächlich nicht nur ein niedliches Chipmunk in den Appalachen gesehen und Weißwedelhirsche und Hillbillies mit fast ohne Zähne sondern auch wirklich Gold gefunden, einen ganzen Klumpen. Dafür bin ich mehr als 30 Kilometer gelaufen, stromaufwärts, immer den Naked Creek hoch und da blitzte er plötzlich in der Sonne, ich sage nicht wo, denn die Einheimischen mögen nicht überrollt werden von Glückssuchern mit Spitzhacke und gierigen Augen. Die haben gerne ihre Ruhe. Es sind ganz liebliche Leute dort. Zwerge. Mit roten Zipfelmützchen und weißen Bärten. In ihren Hütten wird man stets freundlich bewirtet und findet ein Lager für die Nacht. Sie sprechen eine ulkige Sprache und wenn sie ums Lagerfeuer tanzen, im Dunkeln, stoßen sie spitze Schreie aus. Die kann ich hier jetzt nicht nachahmen, das würde das Internet sprengen. Leider sind wir gleich im Anschluss an unsere Appalachen-Goldsuche nach New York City aufgebrochen und haben dort das ganze Gold wieder ausgegeben. Zu New York City nur so viel: es ist sehr teuer dort und es ist sehr langweilig dort. Keine Musik, keine Kinder, eine tote Stadt, so ähnlich wie London, Paris oder Berlin, nur ein bisschen größer. Die Miete für eine schäbige Einraumwohnung kostet da so viel wie kein Mensch in seinem ganzen Leben verdient, jedenfalls kein normaler.
Tipp für heute: Woanders ist es schöner.
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