Das Internetz vergisst nichts

30. Juli 2013

Eingesperrt worden bin ich heute, in einem schicken Charlottenburger Hotel, nachdem ich für das Goethe-Institut 22 Deutschlehrerinnen und einem Deutschlehrer was vorgelesen hatte, im Salon Köpenick, ich meine im Raum Köpenick, also schon Charlottenburg aber das Zimmer, welches ich fälschlicherweise an der Rezeption Salon nannte, hieß Köpenick. Alles war wunderbar, Aufmerksamkeit, Interesse und Diskussion so, wie man sich das als Schreiberling überall wünschen würde, jedoch, nachdem ich das letzte Buch verkauft und was hineintätowiert hatte, fragte ich den Organisator ob man sich beim Zusammenpacken beeilen müsse oder ganz in Ruhe machen könne und er beruhigte mich, ich solle ruhig ganz in Ruhe. Also ruhte ich diverse Zeit in mir, goss noch ein Glas Sprudelwasser nach, nahm einen Keks und ging nach dem Zusammenpacken noch mal für kleine Jungs, doch als ich schließlich zur Tür hinaus wollte, Pustekuchen, ging nich, abgeschlossen, dicht. Ich klopfte erst leise, dann lauter, dann noch lauter und rief und rief und rief:  ‚Ich sei eingesperrt‘ und irgendwann hörte mich auch jemand, der aber leider keinen Schlüssel zur Hand hatte, nur seinerseits rief: „Ich habe keinen Schlüssel zur Hand, aber ich versuche einen zu holen.“ Nun ja. Zum Glück stand da noch die Kekspackung und ein Kasten Sprudelwasser im Köpenick, verhungern und verdursten täte ich nicht und ich steckte mir aus Langeweile einen herumliegenden Kugelschreiber vom Goethe-Institut ein, heimlich und schließlich auch noch einen Kugelschreiber vom schicken Charlottenburger Hotel, bevor mir nach fast 10 Minuten endlich geöffnet wurde. …  Himmel! Was habe ich getan?! Ich habe eine Straftat gestanden, hier, im Internetz! Und dass, wo doch alles erfasst wird, oh nein! Oh Gott! Mir wird übel! Ich muss ins Bett!

Tipp für heute: Immer erst nachdenken bevor man schreibt.

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Ein Kommentar zu “Das Internetz vergisst nichts”

  1. 01

    Das war geil an dem Tag, ich meine, Ihr Besuch!
    Ich hätte aber nicht gedacht, dass Sie dann so in einem Hotel aus dem KU-Damm- Gebiet eingesperrt werden konnten. Aber unser Lehrer war sehr besorgt, denn er musste sich um alles kümmern: kaum war ein Gespräch zu Ende, dann musste er sich darum kümmern, dass wir alle irgendwie frisch im Restaurant ankommen, wo er für uns 19 (unter anderem ein deutscher Deutschlehrer aus Israël!!! Die anderen Männer brauchen anscheinend keinen Weiterbildungskurs, denn sie sind so gut wie Gott im Himmel…) reserviert hatte! Und dann war es mit dem Programm gar nicht fertig. Denn danach gab es noch einen Besuch, und am Abend noch mal Abendprogramm!

    Diese Woche in Berlin war so DICHT. Wenn ich denke, kaum bin ich wieder zu Hause, (am Genfersee, in der Romandie) dann habe ich vielleicht die Spülmaschine geleert, ein paar Blätter des SPIEGELs gelesen, n’paar Wörter mit Mann und Kindern getauscht, dann die Waschmaschine gefüllt, und einige Kleider gehängt, und schon ist der Vormittag vorbei.

    Daher ein so volles Programm in Berlin, verstehn Sie?
    Schade auch, dass wir uns nicht besser von Ihnen verabschiedet haben (normalerweise seid ihr Deutsche sehr gut, was das Formelle angeht, hier hat Markus gezeigt, dass die Ausnahme die Regel bestätigt) aber das mach ich nachträglich. Das war nämlich geil
    Vielen Dank also!
    Nathalie

    Boy de la Tour Nathalie am 20. August 2013 um 16:32

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