Tapsig gleich wieder in die Nesseln setzen

24. August 2012

Mit etwas tapsigen Schritten melde ich mich zurück in der Welt. Zwar huste ich noch wie ein TBC-Schütze im Außendienst aber ich scheine dem Tod ein weiteres Mal von der Schippe gesprungen zu sein. Ist schon schön, das Leben. Unser Deckenlicht im Treppenhaus defekt, durch den strömenden Regen zur Post, wo man eine dreiviertel Stunde ansteht, um erfahren zu müssen, dass, falls man Onlinebanking betreibt, man leider nicht mit Karte direkt abheben könne, so jedenfalls kriegte es eine Frau mitgeteilt, die vor mir anstand, ich selber betreibe ja kein Onlinebanking, ich machte Briefverschicking. Meinen neuen Roman Kurzgeschichtenband habe ich heute nach Leipzig versandt, mit den ganzen Zeichnungen drin, die wahrscheinlich wieder einmal alle Comickenneraugen beleidigen dürften. Egal, zumindest zeichnet meine neue Serie ‚So schlümm war der Osten‘ zum ersten Mal ein wirklich realistisches Bild der Zustände in der DDR. Außerdem gibt es drei Folgen über die taufrische Nazi-Truppe in Sprengerhausen, die echt ganz anders drauf ist als man das sonst so von Nazi-Trupps gewohnt ist und es gibt ein Wiedersehen mit dem lustigen Dreieck und dem Käsetransporter. Mittags habe ich dann scharf gegessen, so als Medizin und dabei in der GEO einen Bericht zum Überlebenskampf der irakischen Christen in Karakosh gelesen. Ob dieser Bush (der junge) eigentlich nachts schlafen kann, er, der erweckte Christ, nach dessen „Befreiung“ des Iraks das Martyrium für seine Glaubensbrüder und Schwestern, und nicht nur für diese, erst so richtig begann? Aber wahrscheinlich betäubt er sein schlechtes Gewissen mit irgend einer Scheiße. Mit zentnerweise Fleisch oder Peitschenhieben oder schlechter Comedy. Nebenbei mal für die, die ständig behaupten das Christentum gehöre zu Deutschland oder das Judentum oder der Islam, der heutige Irak war im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung fast ausschließlich christlich. Die Christianisierung in Deutschland begann wohl im 6. Jahrhundert und war erst im 13. Jahrhundert halbwegs abgeschlossen. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nun beginnt sich ein großer Teil der hiesigen Einwohner wieder vom Christentum zu lösen, wendet sich anderen Religionen zu oder wird nichtreligiös. Man sollte vielleicht eher von einer christlichen Phase in der deutschen Geschichte sprechen, denn dass das Christentum zum Irak gehört, solch eine Aussage würde ja wohl auch eher belächelt werden.

Tipp für heute: Mit Wein und Hasch auf die Liebe in den Kulturen anstoßen.

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